My India

Student macht sein Praxissemester in Bangalore und berichtet von seinen Erfahrungen

Freitag, August 18, 2006

Bon Voyage

Hallo Genossinnen und Genossen, in den letzten Wochen ist so einiges hier passiert. Meine Nachfolgerin ist eingetroffen und hat nach nur einer Woche wieder den Abflug gemacht. Man muss sich auf ein Land wie Indien eben einlassen und nicht mit etlichen Vorurteilen hierher kommen und sich über alles beschweren. Die Vorurteile und der Ärger kommen später ganz von alleine. Trotzdem wünsche ich ihr alles Gute für ihre Zeit in der Kommune Hitiki-Haus.

Zur gleichen Zeit kam auch mein Schatz zu mir. Zusammen war dann Bon Voyage angesagt. Vor zwei Wochen machten wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Cochin in Kerala, ein kleiner Ort an der Westküste Indiens. Mit dem Roller erkundeten wir eine der vier Inseln von Cochin. Unser Essensplan bestand hier ausschließlich aus Seafood. Einfach nur lecker die frisch gefangenen Garnelen, Muscheln, Fische…

Anschließend ging es mit dem staatlichen K.S.R.T.C Bus nach Aleppey, wo das jährliche Nehru-Cup Sneak-Boat-Race stattfand. Dabei treten diverse Dörfer Kerelas gegeneinander in unterschiedlich großen Booten gegeneinander an. In den Größten von ihnen passen 100 Mann Besatzung rein. Doch dazu später mehr. Zuerst mieteten wir uns ein typisch keralisches Hausboot. Damit ging es einen Tag und eine Nacht durch die Backwaters von Aleppey. Mit an Bord waren noch ein Koch, ein Bootsjunge und der Kapitän. Trotz Regen war es wunderschön durch die immergrüne Landschaft zu tuckern. Immer wieder konnte man Einheimische bei ihrem täglichen Leben beobachten. Abends trafen wir einen Speerjäger, der auf Krebsjagd war. Das einzige was im zu Deutschland einfiel war: „Hitler, GESTAPO, hahaha!“ Erstaunlicherweise passiert mir das immer wieder, dass Dörfler mich auf den Mann mit dem lustigen Bart ansprechen. Naja, egal so sind sie halt die Inder. Auf jeden Fall war die Hausbootfahrt ein Highlight unserer Reise.

Am nächsten Tag fand dann das Rennen statt. Der Zufall wollte es so, dass wir Manu, Anja und Chris trafen, Freunde aus Bangalore. Zusammen ging es dann zum Rennen. Zwei Stunden vor Rennbeginn sicherten wir uns gute Plätze am Zieleinlauf. Wir hatten unterschiedlich teure Karten, was aber egal war, da es nur eine Tribüne gab. 5 Minuten vor Rennbeginn wurden wir von einer euphorischen Menschenmenge fast zerdrückt, da jeder meinte sich nach vorne quetschen zu müssen. Von Rücksicht und Höflichkeit fehlte mal wieder jede spur. So kam es auch, dass sich meine liebe Freundin mit Ellbogenchecks und Leberhaken den Weg zum Klo freigeprügelt hat. Die Boote waren beeindruckend und die Atmosphäre einzigartig. Man muss es mal gesehen haben um mitschwätzen zu können. Nach dem Rennen trafen wir uns noch auf ein, zwei Bierles oder waren es trölf? Danach trennten sich unsere Wege und wir (Steffi) entschieden uns nach Ooty weiter zu fahren. Gezwungenermaßen mussten wir in Coimbatore einen Zwischenstopp einlegen, da der Weg zu lang war. Am nächsten morgen ging es dann hoch (2350m) nach Ooty. Berühmt für Teeplantagen und seine schöne Berglandschaft, konnte uns dieser Ort jedoch nicht wirklich begeistern. Daher blieben wir nur einen Tag. Da ich meiner Freundin unbedingt noch Tipu Sultans Palace zeigen wollte, ging die Reise weiter nach Mysore. Über diesen schönen Ort mit seinen nervtötenden Menschen habe ich schon mal berichtet („Sir need Rickshaw, Postcards, Flute, Hotel, Haschisch, und noch mal Postcards?“). Neu für mich war es die faszinierende Beleuchtung am Mysore Palace zu sehen. Endlich ging es nach Goa, nach Palolem. Wie hab ich mich darauf gefreut. Über Mörsch, Malsch, Madrid führen wir 16 Stunden lang in einem löchrigen und überfüllten Bus (da wurde schon mal der Regenschirm aufgespannt…) meinem Traumstrand entgegen. Doch was wir vorfanden war einfach nur zum Heulen: Grauer bis schwarzer Himmel, Regen pur, abgebaute bzw. verdeckte Bambushütten und in-die-Lagune-scheißende Inder. Toll!!! Daher sind wir noch am gleichen Tag wieder zurück nach Bangalore gefahren.

Während unserer Reise haben wir so ca. 3000km mit dem Bus zurückgelegt, beeindruckende Landschaften gesehen und den ein oder anderen netten Inder kennen gelernt. War ein super Trip, jedoch brauchen wir jetzt Sonne. Daher geht es morgen Abend nach Pondicherry an den Strand. Vielleicht regnet es an der Ostküste nicht so viel. Die Vorhersagen lauten 38°. Schaun ma mal!

Also macht’s mal gut und viel Spaß beim schaffen!

Montag, Juli 24, 2006

Party Animals

Was für ein verlustreiches Wochenende. Trölfzig Milliarden Gehirnzellen zerstört. Mein Boss Ram hat es geschafft sein versprechen einzuhalten. Naja nach 5 Monaten wird’s ja auch mal Zeit. Also machte sich BSK IT am Freitag auf den Weg ins Retro, einem neuen Schuppen, der zufälligerweise Rams alten Freund gehört. Trink discount!!! Da saßen wir nun: Ram, Muthu, Sushil und ich. Der Abend hat ja auch gemütlich angefangen mit einem Cocktail. Jedoch kamen wir aus dem philosophieren über Muthus Hochzeit nicht mehr hinaus. Je mehr wir dann getrunken haben, desto mehr wirre Gedanken kamen ans Tageslicht über Sinn und Unsinn von arrangierten Hochzeiten. Ich habe bereits berichtet, dass mein Freund Muthu mit einem Mädel aus einer anderen Kaste zusammen ist. Wie auch immer. Wir haben ordentlich einen reingelassen, so dass Mr. M. Würfelhusten bekam (im Retro, vorm Retro und daheim in den Eimer). Mr. R. ist barfuss heim gekommen, seine Flip Flops blieben auf der Strecke. Mir ging’s zum Glück nicht ganz so schlecht, daher konnte ich schöne Beweisfotos schießen. Haha!
Das fatale an diesem Wochenende war, dass am Samstag die legendäre Hitiki House Party anstand. Diese Party war mein Einstieg im März, wo ich soooo viele Leute kennen gelernt habe und die eine oder andere Freundschaft ihren Anfang fand. So endet auch mein Aufenthalt hier in B-Lore; ein gutes Ende. Die Party war auch dieses mal ein voller Erfolg. So ca. 100 Leute aus aller Welt versammelten sich um Unmengen von Alkohol und Sportzigaretten zu konsumieren, dabei abzutanzen und die Neuen willkommen zu heißen. Bis in die frühen Morgenstunden wurde gefeiert. Gegen 13.00Uhr bin ich dann aufgewacht. Meine ersten Gedanken waren: Wo bin ich hier? Was mache ich mit 2 anderen Kerlen im Bett? Wie kam der Hubschrauber hier ins Zimmer (Insider)? – Es waren zum Glück nur Dirk und Chris. Nach 3 Kaffee und 10 Liter Wasser ging es uns einigermaßen wieder gut. Nun ist auch wieder gut mit abfeiern. Aber die nächste Party kommt bestimmt…

Dienstag, Juli 04, 2006

Indien eine kommende Weltmacht?

Vor nicht allzu langer Zeit saß ich daheim und las mir mal wieder im Internet Artikel aus dem Wirtschaftsteil durch. Indien, neue Industriemacht; Computerinder…; Greencards; usw. Da hatte ich noch so ein Bild von Indien im Kopf: Wow da wächst etwas Großes heran, das vielleicht sogar mit den USA konkurrieren könnte. Eine neue zweite Supermacht.
Jetzt nach vier Monaten in Bangalore, dem Silicon Valley Indiens, der Hochburg der IT Industrie denke ich etwas anders und zwar: Sind wir wirklich so dumm und glauben jeden Mist der uns erzählt wird? Leider ja. Warum hatte ich noch vor kurzem Angst später nach dem Studium keinen Arbeitsplatz zu finden, weil mir irgendein superschlauer Computerinder diesen vor der Nase wegschnappen würde. Aber nachdem ich das hier alles live miterlebt habe, mache ich mir darüber keine Gedanken mehr. Hier hat fast jeder Zweite einen MBA (Master of Business Administration) vorzuweisen. Aber diesen Titel, für den man im geliebten Schland ackern muss, bekommt man hier für ein paar Rupees oder eine Masala Dosa hinterher geschmissen. Die Inder sind so stolz und überheblich was die Entwicklung hier angeht. Aber worauf? Die Investoren sind doch wir. Europäer, Amis,… Kennt den jemand ein indisches Unternehmen, dass ein Global Player ist?
Wenn die Inder hier in B-Lore nicht umdenken geht diese Stadt den Bach runter. Keiner kümmert sich um die Probleme dieser Stadt. Ach was sag ich, es gibt überhaupt keine Probleme hier. Es heißt immer: „No Problem, Sir!“ Ein Beispiel: Wir sollten eine Fußbadetasche entwerfen und produzieren lassen. Habe unserem Hersteller eine genaue Zeichnung gegeben, mehrere Gespräche geführt und nach 3! Wochen kam er dann. Bringt er mir doch allen ernstes ein mini Kinderplanschbecken und pumpt es fröhlich vor mir auf. Frage ich ihn was das sein soll. Meint er dass er das gefertigt habe. Darauf erwidere ich: Aber da steht doch MADE IN CHINA drauf. –Schweigen- Als ich ihn dann schließlich runtergeputzt habe, schaute er mich nur verwundert an. Dieser unfähige Holzkopp braucht 3 Wochen um ein Planschbecken zu kaufen, will mich verarschen und ist dann auch noch beleidigt wenn man deutlich wird. Das war kein Einzelfall.
Lasst mich euch einen indischen Arbeitstag schildern. Der typische Durchschnittskumar kommt 30-60 min zu spät. Dann stempelt er ab und geht erstmal eine Stunde frühstücken. Als er an seinem Arbeitsplatz ankommt werden grundsätzlich private Emails uns SMS verschickt. Das war so anstrengend, dass er erstmal eine halbe Stunde Kaffeetrinken geht. Da wundert es uns Westler nicht, dass viele Inder bis spät in die Nacht arbeiten. Aber produktiv ist diese Art von Arbeiten nicht. Dazu will ich hier sagen, dass das keine Erfindungen sind nur um euch zu belustigen. Ich habe hier viele arbeitende Leute kennen gelernt. Dazu gehören jede Menge Bosch’ler, ein Teamleiter von Siemens, IBM’ler, Teamleiter vom Flughafen, Metro Teamleiter,…. Und immer wieder bekommt man die gleichen Geschichten zu hören. Der am häufigst gehörte Satz war dabei: „Was für ein blödes Volk!“ Sorry liebe Inder aber ihr könnt es einfach nicht mit uns aufnehmen. Wir sind toll, ihr nicht! Merkt euch das und fangt endlich an hier aufzuräumen, sonst stirbt die Stadt in 10 Jahren.
Diese Stadt ist so was von dreckig, laut und unverschämt. Müll liegt überall rum, aber es stört keinen. Dieser Müll wird auch tagtäglich verbrannt. Atemraubende Rauchschwaden gepaart mit den Abgasen von 80.000 Rickshaws. Yummi, da lässt’s sich gut durchatmen. Dann das ständige rumgehupe. Wie ich gehört habe ist es hier in B-Lore am schlimmsten. Keine Rücksicht, kein Garnix! Deshalb passiert es auch dass wir Westler uns im täglichen Straßenkampf zur Wehr setzen müssen. Da wird schon mal der Lakshmi vom Fahrrad getreten, der Rickshaw Gangster aus der Rick gerissen und einmal kräftig geschüttelt und lautstarke Wortgefechte gibt es täglich. Aber sie raffen es einfach nicht. Und wenn die Stadt weiterhin so rasant wächst, bricht der Verkehr vollkommen zusammen. Aber wie gesagt: „No Problem, Sir!“
Wenn man über den Gehweg geht, darf man nie gerade aus schauen sondern muss immer auf den Boden vor sich gucken. Denn überall sind Löcher im Wehweg und man könnte leicht reinfallen (gell Ulrich). Und das offene Abwassersystem ist die Krönung. Ihr müsst euch das so vorstellen. Es fließt ein Fluss durch Bangalore und dieser Fluss besteht aus Fäkalien und Müll. Wenn die Sonne scheint, riecht es immer besonders gut. Aber noch nie habe ich einen Inder die Nase rümpfen sehen. Warum? Mögen die den Geruch? Sind die bisschen pervers. Aber bei deren Körpergeruch wundert mich das nicht. Die weniger Gebildeten, zu deren Gruppe leider auch unser Officeboy gehört, kennen kein Deo. Ich mein es ist schon geil morgens frisch geduscht und nach dem Frühstück neben dem zu stehen. Eau de Toilett im wahrsten Sinne des Wortes.
Wenn ich schon am lästern bin, nehm ich mir mal die unfähigen Politiker vor. Diese korrupten Schmierbeutel (ohne Schmiergeld geht hier nichts) und der noch korruptere Police Commissioner haben eine Sperrsunde für alle Clubs, Pubs und Bars verhängt. Zum Schutze der Bevölkerung. Klar passiert nachts weniger, aber wenn alle daheim eingesperrt sind, kann auch nix passieren. Letzte Woche wurde dann auch beschlossen alle Außenbezirke von Cafes zu schließen. Begründung: Wegen Lärmbelästigung (mich zerreißt’s gleich). In unserem Stammcafe versteht man kaum sein eigenes Wort, weil die unzähligen Ricks ihre Runden in der Stadt drehen. Wie wäre es mal mit einer autofreien Zone hier und baut endlich eure verdammte Metro, ihr hirnlosen Verbrecher!
Ich könnt noch ewig so weiter schreiben über die riesigen Unterschiede über Arm und Reich, über Kinderarbeit, über das immer noch vorhandene Kastensystem,….aber ich muss mich jetzt mental auf unseren Halbfinalsieg vorbereiten.
Aber sonst ist es hier ganz toll…. Nein das war gelogen. Bangalore ist scheiße! Aber zum Glück hat Indien noch so viel Schönes zu bieten, das man genießen kann. Deshalb reg ich mich kaum noch auf über diese Missstände hier. In weniger als 2 Monaten hock ich wieder im wunderschönen, organisierten, weltmeisterlichen und gerechten Deutschland.


S’Lebbä in Indien isch halt koi Bollywoodfilm!


Tschö mit Ö

Donnerstag, Juni 29, 2006

Über die Grenzen hinaus

Man sind wir wichtig, so wichtig, dass sie sogar in der Heimat einen kleinen Artikel in die SZ/BZ reingesetzt haben. Ist zwar ein Schwabenblättle aber egal.
Hier der link dazu: http://www.szbz.de/lokales/sport/Artikel536546.cfm
Na dann hoffen wir dass uns unsere Elf noch weitere Möglichkeiten zum feiern gibt.




Ich bin glaub der Kerl, der beide Hände in die Höhe streckt und dessen Gesicht nicht zu sehen ist.





Nachtrag!
Heute (4. July) war ein Artikel über das Millers Steak House im "Deccan Herold". Und wer war natürlich wieder abgebildet? Die B-Lore ULTRAS ;O)

Noch was in eigener Sache: Diese unfairen, bescheuerten Gauchos. Wegen deren Dummheit ist unser Zerstörer FRINGS gesperrt, aber im Finale darf er wieder ran. Und wer hat die Bilder dazu geliefert? Die schleimigen Muttersöhnchen ausm Süden. Und warum? Weil sie die Hose sowas von voll haben! Deshalb:

FINALE - ohohh - FINALE - ohoooh!

Montag, Juni 19, 2006

Was für ein Wochenende


Hallo liebe Genossen. Wie war euer Wochenende? Meins war fantastisch. Zufälliger Weise bekam ich eine Einladung zu einem „Deutschland grüßt Indien“-Abend. Im Taj Residency, einem 5* Restaurant, wurde zu deutscher Volksmusik, in deutschem Ambiente und bei deutschem Essen gemütlich gefeiert. Anwesend waren der deutsche Konsul und zahlreiche Trainees und Expats aus B-lore. Blablabla wen interessiert’s. Kommen wir zu wichtigen Teil: Es gab BRAT-, WIESSWÜRSTE und WIENERLE!!! Leider gab es kein deutsches Bier, aber da alles für umme war will ich nicht meckern. Nachdem wir uns in kürzester Zeit den Magen vollgeschlagen haben, mussten wir auch wieder verschwinden, da unserer Zug nach Hampi auf uns wartete. Also noch schnell 5 Weißwürste und 3 Jägermeister runtergewürgt und ab in die Rick. Im Zug konnten wir dann leider nicht wirklich schlafen, da wir mit dem „Alten Mönch“ und singen beschäftigt waren: „Dem Kumar sei ein Trulala, trulala…“ Ich glaube die Inder in unserem Abteil wollten uns töten. Nach trölfzig Flaschen von unserem Reiseschnaps musste auch der Letzte seine Gesangskarriere aufgeben und doch noch ein Auge zumachen. Angekommen in Hampi gab es erstmal Kaffee, viel Kaffee. Wie sollten wir sonst wach bleiben. Kurz geduscht und los ging der Wandermarsch. In der größten Mittagshitze und etwas Restalkohol marschierten 12 Weißbrote durch die wunderschöne, einzigartige Landschaft. Hampi ist Weltkulturerbe. Alle 50 Meter trifft man auf eine Ruine. Hier gibt es Unmassen von Tempeln aus dem 14. Jahrhundert. Diese Tempel sind meist in die Steinlandschaft integriert. Falls sich einer fragt warum das Wasser im Fluss so rot ist. Das liegt an dem schweren Sturm, der dort vor kurzem gewütet hat. Wasser spülte rote Erde in den Fluss. Die Inder haben’s trotzdem getrunken. Pfui! Unterwegs trafen wir auch auf zentralindische Wandermönche. Gegen eine Gebühr von einem Rupee konnte man ein Foto von ihnen machen. Eigentlich waren es angepinselte Gammler, egal. Als wir uns den ersten Sonnenbrand zugezogen haben, ging es wieder Richtung Hotel, wo uns Lakshmi der Postkartenverkäufer herzlichst empfing. Man war der Junge nervig. Er kam jede Stunde vorbei und wollte uns seine Karten verkaufen. Das Wort „Nein“ existiert in seinem Wortschatz nicht. Danach machten wir uns auf ins „Mango Tree“, einem bekannten Restaurant in dem man abchillen kann. Man sitzt auf Bambusmatten und isst von Bananenblättern. Die Aussicht, die man genießt, ist fantastisch. Das einzige was nervt sind die vielen Fliegen. Aber es wäre nicht Indien, wenn’s nicht was zu meckern gebe. Am Abend machten sich noch 5 Kerle auf, den Mount Hampi zu erklimmen. Einer davon war ich. Man war das anstrengend. Aber es hat sich gelohnt. Die Aussicht war faszinierend. Man hatte einen Rundumblick über das gesamte Gebiet. Schön, aber den Ausblick mit meiner Freundin zu genießen wäre schöner gewesen. Anstatt Rumknutschen, pinkelten 5 Ingenieure vom Berg runter. Hat auch was. Nach diesem Tag ging es früh ins Bett. Wir waren viel zu müde zum Feiern. Außerdem beschlossen wir Mopeds für den nächsten Tag zu mieten.
2ter Tag: Die B-lore Riders waren unterwegs um die Strassen unsicher zu machen sich die restlichen Tempels anzusehen. Bei Tempel Nr. 4 trafen wir auf eine indische Schulklasse: „Sir, can we take a picture?“ Bilder mit Weißen sind sehr angesagt. Nach ca. 24 Bildern hatten wir als freundliche Touris unsere Pflicht erfüllt und machten uns wieder auf den Weg. Wo bleibt den Steffan? Der Neue hat uns sage-und-schreibe 8-mal warten lassen, uns die alteingesessenen Paten. Zur Strafe ging am letzten Tempel seine Maschinen kaputt. Haha! Erst dachten wir der arme Bub muss den ganzen Weg zurückschieben, aber ein Inder, der zufällig Mechaniker war, konnte den Schaden teilweise reparieren. Im Schneckentempo ging es zurück. Total fertig ging es noch mal in den „Mango Tree“. Gut gegessen, geduscht und ab nach hause.
Ein wirklich gelungenes Wochenende!

P.S. Werde einige Bilder noch hinzufügen und austauschen, sobald ich die Bilder der gesamten Reisegruppe habe.

Donnerstag, Juni 15, 2006

Fußball ist geil!


Man was für ein super Abend gestern. Erst das Spanien Spiel mit Jesus und Mathilda geschaut und dann fanden wir zum Glück noch einen Laden, der die ganze Nacht offen hat. Pinxx is he name! Bier wollten sie uns ab 23.30 Uhr nicht mehr verkaufen. Aber was soll’s, wir haben ja gute Vorarbeit geleistet. Wie gerne würde ich jetzt im Schland mit 1000den Fußballverrückten die Übertragungen verfolgen und Partys feiern. Aber nein, ich muss hier in diesem stinkenden Bangalore abgammeln. Dieses ständige Wachbleiben in der Nacht (die Premiumspiele starten hier um 0.30Uhr) zerrt ganz schön an den Kräften. Deshalb hab ich heut mal entschieden zur Arbeit zur verschlafen. Mein Boss ging mit gutem Beispiel voraus. Heut verzichte ich auf Fussi und penn mal lieber wieder aus, denn die Ringe um meine Augen sehen nicht wirklich gesund aus. Oder vielleicht schau ich mir ein Spiel an oder zwei…

Wie ihr sehen könnt, sind wir hier in B-lore schon Weltmeister geworden:
Morgen Abend gibt’s definitiv nix zu schauen, denn die Reisegruppe „Kleinbus“ startet mal wieder durch. Diesmal jedoch mit dem Zug. Im Zug wird es bestimmt lustig von all den gaffenden Indern genervt zu werden. Manchmal kommt man sich schon wie der Affe im Zoo vor. Und die hören nicht mal auf dich anzustarren, wenn du zurück gaffst oder Grimassen ziehst. Nein dann kommen sie zu dir und stellen die Standard Fragen: Woher? Was machst du hier? Wie gefällt dir Indien? Bei letzterer Frage muss ich mittlerweile immer lügen. Denn die Wahrheit will hier niemand hören. Deshalb sag ich immer mit diesem aufgesetzten Politikerlächeln: Ganz nett! Eigentlich lüg ich auch bei der zweiten Frage, da ich keine Lust hab mit ihnen zu reden und erklären zu müssen was BSK IT ist. Ich bin böse, aber das ist allgemein bekannt. Obwohl mir Indien an sich wirklich gut gefällt, die Inder gehen mir oft auf die Nerven. Egal, genug gelästert. Melde mich nach dem Hampi Tripp wieder.




Ich liebe deutsche Land!!!

Samstag, Juni 10, 2006

WM 2006 in Indien


Wie lange haben wir darauf warten müssen? Gestern war es endlich soweit, Anpfiff zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Und was mach ich? Ich hocke hier in Indien! Da bin ich zum Glück nicht allein. Gestern trafen sich ungefähr 100 andere Leidensgenossen zum Fußballschauen. Unser guter Kumpel Cris wollte ursprünglich für 20 Leute eine nette Location anmieten, sind doch etwas mehr Leute geworden. Danke noch mal Chris!!! Auf der Dachterrasse des Miller 46 trafen sich schließlich über 100 Fußballbegeisterte aus allen Ländern. Die ca. 50 Deutschen wurden ergänzt mit Franzosen, Spaniern, Polen, Italienern, Holländern, Iren, Schweizern, Österreichern und natürlich Indern (hoffe dass ich keine Nation vergessen habe). Die Stimmung war super und friedlich, bis auf einen Selbstmörder Inder, der meinte ständig: „F*ck Germans!“ reinschreien zu müssen. Kam natürlich nicht gut an. Nach einem kurzen, freundlichen Gespräch, verließ er dann den Ort (sonst hätten wir den Dummdödel gelyncht). Feuchtfröhlich haben wir den deutschen Sieg gefeiert und anschließend gab es Dank Moritz noch eine Afterparty, die um 5 Uhr morgens endete. Die Telefonrunde hat gerade ergeben, dass alle noch am Leben sind, und nur die Stimmbänder (und der Hagen) auf der Strecke geblieben sind. Gute Leistung Männer!
Sicherlich ist es daheim im deutschen Land eine andere Stimmung. Jedoch ist das hier auch ein einmaliges Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Wir Chaoten machen halt das Beste draus. Schalalalalala!!!