My India

Student macht sein Praxissemester in Bangalore und berichtet von seinen Erfahrungen

Mittwoch, Mai 24, 2006

Täglicher Email Verkehr

Gestern haben wir einen treuen Gefährten unserer Reisegruppe „Kleinbus“ verloren. Andi a.k.a. Die Bowle verlässt uns.
Hier ein paar Auszüge aus dem daraus folgenden Geschreibsel, wie wir es fast täglich haben:
Andi: Danke nochmal für die tolle Zeit mit Euch! Hat viel Spaß gemacht! Ich hoffe wir sehen uns dann evtl. im Herbst/Winter bei einem Nachtreffen mit Melonen-Bowle und Chicken Tikka!
Hagen: Auja, mein Vorschlag. Wir treffen uns bei mir in Stuggi (Waiblingen), hocken uns alle in die Sauna und unter das Solarium und legen einen Schlauch direkt vom Auspuff meines Autos in die entsprechenden Räumlichkeiten. außerdem indische ohrenbetäubende Mucke im Hintergrund. da kommt bangalore-feeling
auf.

Steffen: Und wir mieten uns einen türkischen Mitbürger, kleiden den ein bisschen anders und lassen Ihn andauern "10 Minutes Sir, its coming..." sagen
Ich: Meint ihr in die Sauna passen noch ne Kuh und 2 bis 3 verlauste Köter? Außerdem müssten wir noch nen Turk engagieren, der uns anbettelt und ständig auf den Boden rotzt.
Steffen: Ich denke das Öffnen einer Dose "Air de Drain" würde das Highlight des Abends darstellen. Zudem müssen wir für alle Koramangala-Einwohner noch mindestens 1532 Mücken in die Sauna packen, sonst fühlen die sich nicht wohl!!!
Andi:Was auch noch fehlt für einen "Banglore-Revival-Abend" ist 3 x Stromausfall und Bier aus schwarzen Plastiküten! Nicht vergessen dürfen wir den netten Schachbrettverkäufer. Spätestens um 23:30h ist dann aber alles vorbei! Ansonsten wäre es nicht wirklich Bangalore!
...
So (oder so ähnlich) hört sich das an, wenn Bangaloreans sich über ihre Stadt unterhalten.
Neulich habe ich irgendwo diesen Spruch gelesen:
Come and visit India, one billion people can’t be wrong!
Das ist Ansichtssache.

Montag, Mai 22, 2006

Happy Birthday liebster Schatz!

Ich wünsche dir alles Gute zu deinem 24. Geburtstag! Genieße deinen Tag.


"Schöne Tage mit dir sind kostbar,so kostbar wie der Weg zum Morgenstern. Ich zelebriere sie wie einen Festtag, an dem ich immer wieder neues von dir lern. Im Moment ist es das Schönste dich zu kennen, Dich zu kennen ist wie das Beste das ich hab. Verzeih mir, aber dieses sag ich nochmal, deinen Namen zu nennen ist wohl das Schönste was ich sag.

Ich kenne nichts, dass so schön ist wie du!"




Isch liebe Disch!

Donnerstag, Mai 04, 2006

Unterwegs mit Reisegruppe „Kleinbus“

Und wieder einmal waren wir über’s verlängerte Wochenende unterwegs auf den Strassen von Indien. Diesmal ging es ans Meer nach Mangalore. Da der letzte Ausflug etwas stressig war, wollten wir es diesmal ruhiger angehen lassen. Als wir den etwas zu klein geratenen Jeep sahen, fragten sich der ein oder andere wie 7 Personen + Fahrer in diesem Vehikel Platz finden sollten. Auf den Schock gab es erstmal einen „Alten Mönch“. Ein billiges aber auch schon kultiges Rum-Gesöff, das es auf jeder „Kleinbus“-Party gibt. Nach 8stündiger Tortur in diesem kleinen Käfig auf Rädern erreichten wir Mangalore. Da wir keine Ahnung hatten was uns erwartet, vertrauten wir dem „Lonley Planet“. Also entschieden wir uns schließlich für das Summer Sand Ressort am Ullal Beach. Angekommen hieß es erstmal: „NO Rooms!“ Wie keine Zimmer? Hier steht doch mindestens die Hälfte der Bunker leer. Also haben wir erstmal gefrühstückt. Plötzlich kam einer der Rezeption-Fuzzis zu uns und es gab doch noch Zimmer, die frei waren. Ein Phänomen , das einem immer wieder in Indien begegnet. Kein Bock einen zu bedienen, kein Bock Geld zu verdienen. Da soll mir noch einer mit „Servicewüste Deutschland“ kommen…! Das Einchecken für uns durfte ich übernehmen, also hieß ich ab jetzt Rainer Unsinn. War sehr lustig als ich immer wieder mit: „Hello Mr.Unsinn!“ angesprochen wurde.
Die meiste Zeit verbrachten wir am Pool, da der Strand nicht besonders einladend war. Schmutzig, steil und ein ersoffener Hund lag da. Am 2ten Tag wollten wir ein wenig Sight-seeing machen. Als erstes ging es zu Sultan’s Battery. Ein Stück Beton, wo früher mal Kanonen gestanden haben. Super! Die vielen Inder vor Ort haben uns komisch angestarrt und dachten sich wahrscheinlich: „Bescheuerte Touris, schauen sich auch jeden Kuhfladen hier an!“ Danach ging es in Richtung Manjuntha Tempel. Gerade war hier ein Festival im Gange, das sich nur alle 16 Jahre abspielt. Von den Einheimischen vor Ort wurden wir zum Essen eingeladen. Allgemeine Dünnpfif-Panik machte sich breit, jedoch sind wir verschont geblieben. Man kommt sich wirklich doof vor, wenn man von allen angegafft wird. Und die hören nicht mal auf wenn man zurückgafft oder blöde Fratzen zieht. Wie auch immer, der Tempel war schön und in den nächsten 16 Jahren kann niemand von diesem Ereignis berichten. Am Montag ging es dann zurück Richtung Bangalore. Unterwegs machten wir noch halt in Sravanabelagola. Dort steht eine ca. 20 Meter hohe Statue, die alle 12 Jahre mit tausenden Kübeln voller Kokos Milch, Joghurt, Bananen, … überschüttet wird. Jedoch muss man, bevor man die Statue sehen will, etwa 1000 in Fels gemauerte Steinstufen überwinden. Schwitz! Oben angelangt hatte man einen wunderschönen Überblick über die umliegende Landschaft.
Genug des Guten. Heimwärts! Erschöpft von der unbequemen Reise kamen wir endlich in Bangalore an. Und nun begann unser Fahrer zu spinnen. Der Wicht hat uns eine Rechnung zusammengestellt, die gar nicht mehr lustig war. Hier und da was dazu addiert, Kilometerstand frei erfunden und dazu noch einen Fantasielohn berechnet. Nachdem wir ihn zusammengeschissen haben und mein Arbeitskollege Muthu mit ihm telefoniert hat, war er dann brav. Er hat die ihm zustehende Kohle gepackt und ist ohne Widerworte verschwunden. Diese Abzockermentalität geht mir so langsam auf die Nerven. Ach was sag ich, zusammen schlagen könnt ich jeden einzelnen von diesen Schmarotzern. Aber daheim wird ich’s genau so machen und jeden Ausländer verarschen, so wie die es mit uns tun. Nur so zur Info: Diese Meinung repräsentiert so ca. 80% der hier anwesenden Praktikanten. Die restlichen 20% sind Esoterik-Müsli-Apfelmangotee-Träumer, die sowieso keine Ahnung von der Realität haben…!
Genug! Ich bin raus.