My India

Student macht sein Praxissemester in Bangalore und berichtet von seinen Erfahrungen

Montag, Juni 19, 2006

Was für ein Wochenende


Hallo liebe Genossen. Wie war euer Wochenende? Meins war fantastisch. Zufälliger Weise bekam ich eine Einladung zu einem „Deutschland grüßt Indien“-Abend. Im Taj Residency, einem 5* Restaurant, wurde zu deutscher Volksmusik, in deutschem Ambiente und bei deutschem Essen gemütlich gefeiert. Anwesend waren der deutsche Konsul und zahlreiche Trainees und Expats aus B-lore. Blablabla wen interessiert’s. Kommen wir zu wichtigen Teil: Es gab BRAT-, WIESSWÜRSTE und WIENERLE!!! Leider gab es kein deutsches Bier, aber da alles für umme war will ich nicht meckern. Nachdem wir uns in kürzester Zeit den Magen vollgeschlagen haben, mussten wir auch wieder verschwinden, da unserer Zug nach Hampi auf uns wartete. Also noch schnell 5 Weißwürste und 3 Jägermeister runtergewürgt und ab in die Rick. Im Zug konnten wir dann leider nicht wirklich schlafen, da wir mit dem „Alten Mönch“ und singen beschäftigt waren: „Dem Kumar sei ein Trulala, trulala…“ Ich glaube die Inder in unserem Abteil wollten uns töten. Nach trölfzig Flaschen von unserem Reiseschnaps musste auch der Letzte seine Gesangskarriere aufgeben und doch noch ein Auge zumachen. Angekommen in Hampi gab es erstmal Kaffee, viel Kaffee. Wie sollten wir sonst wach bleiben. Kurz geduscht und los ging der Wandermarsch. In der größten Mittagshitze und etwas Restalkohol marschierten 12 Weißbrote durch die wunderschöne, einzigartige Landschaft. Hampi ist Weltkulturerbe. Alle 50 Meter trifft man auf eine Ruine. Hier gibt es Unmassen von Tempeln aus dem 14. Jahrhundert. Diese Tempel sind meist in die Steinlandschaft integriert. Falls sich einer fragt warum das Wasser im Fluss so rot ist. Das liegt an dem schweren Sturm, der dort vor kurzem gewütet hat. Wasser spülte rote Erde in den Fluss. Die Inder haben’s trotzdem getrunken. Pfui! Unterwegs trafen wir auch auf zentralindische Wandermönche. Gegen eine Gebühr von einem Rupee konnte man ein Foto von ihnen machen. Eigentlich waren es angepinselte Gammler, egal. Als wir uns den ersten Sonnenbrand zugezogen haben, ging es wieder Richtung Hotel, wo uns Lakshmi der Postkartenverkäufer herzlichst empfing. Man war der Junge nervig. Er kam jede Stunde vorbei und wollte uns seine Karten verkaufen. Das Wort „Nein“ existiert in seinem Wortschatz nicht. Danach machten wir uns auf ins „Mango Tree“, einem bekannten Restaurant in dem man abchillen kann. Man sitzt auf Bambusmatten und isst von Bananenblättern. Die Aussicht, die man genießt, ist fantastisch. Das einzige was nervt sind die vielen Fliegen. Aber es wäre nicht Indien, wenn’s nicht was zu meckern gebe. Am Abend machten sich noch 5 Kerle auf, den Mount Hampi zu erklimmen. Einer davon war ich. Man war das anstrengend. Aber es hat sich gelohnt. Die Aussicht war faszinierend. Man hatte einen Rundumblick über das gesamte Gebiet. Schön, aber den Ausblick mit meiner Freundin zu genießen wäre schöner gewesen. Anstatt Rumknutschen, pinkelten 5 Ingenieure vom Berg runter. Hat auch was. Nach diesem Tag ging es früh ins Bett. Wir waren viel zu müde zum Feiern. Außerdem beschlossen wir Mopeds für den nächsten Tag zu mieten.
2ter Tag: Die B-lore Riders waren unterwegs um die Strassen unsicher zu machen sich die restlichen Tempels anzusehen. Bei Tempel Nr. 4 trafen wir auf eine indische Schulklasse: „Sir, can we take a picture?“ Bilder mit Weißen sind sehr angesagt. Nach ca. 24 Bildern hatten wir als freundliche Touris unsere Pflicht erfüllt und machten uns wieder auf den Weg. Wo bleibt den Steffan? Der Neue hat uns sage-und-schreibe 8-mal warten lassen, uns die alteingesessenen Paten. Zur Strafe ging am letzten Tempel seine Maschinen kaputt. Haha! Erst dachten wir der arme Bub muss den ganzen Weg zurückschieben, aber ein Inder, der zufällig Mechaniker war, konnte den Schaden teilweise reparieren. Im Schneckentempo ging es zurück. Total fertig ging es noch mal in den „Mango Tree“. Gut gegessen, geduscht und ab nach hause.
Ein wirklich gelungenes Wochenende!

P.S. Werde einige Bilder noch hinzufügen und austauschen, sobald ich die Bilder der gesamten Reisegruppe habe.